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Behandlungskonzept
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Die drei Schritte des Strategietrainings:

1. Beim Silbenschwingen wird gerne der Schwungball in die Hand genommen.

2. Das synchrone Sprechschreiben an der Tafel

3.Das Silbenbögenlesen mit lautem Mitspreche

Der sich im Behandlungskonzept anschließende kognitive Regelaufbau führt die im Phonemstufenaufbau gesicherte Mitsprechstrategie fort, muss sogar darauf aufbauen. Der Silbensegmentierung, die die Sprechbarkeits-einheiten im Wort erkennen lässt, folgt die Gliederung in Bedeutungseinheiten Morphem-segmentierung, sobald die Fähigkeit entwickelt ist, das Hauptmorphem isolieren zu können, werden übergeordnete Ableitungsstrategien eingeführt und trainiert.

In der Therapiephase des Regelaufbaus ist es wichtig, das Signalempfinden des Kindes für Abweichungen von der Lauttreue zu erhöhen. Außerdem ist es ein bedeutsames Therapieziel, beim Kind einen selbstständigen Umgang mit seinem LRS-Problem und ein Bewusstsein für die eigenen Stärken und Schwächen zu entwickeln. Der gesamte Aufbau des Phonemstufen- und Regelbereiches ermöglicht es dem Kind, ca. 90% der deutschen Schriftsprache sicher zu erfassen.

Die verbleibenden 10% sind dem nicht mehr abzuleitenden Speicherbereich zuzuordnen. Bei der Erarbeitung dieses Teils ist zu berücksichtigen, wieweit die allgemeine Schriftsprachentwicklung im Verlauf der Therapie vorangeschritten ist und ob eine eigenständige Lesemotivation aufgebaut werden konnte. Beim Training der Speicherwörter müssen Abweichungen von der Lauttreue, die nicht durch eine Regel erklärbar sind, auswendig gelernt werden. Dabei ist die zuvor trainierte Morphemsegmentierung hilfreich,, denn Wortfamilien – beispielsweise mit Dehnungs-h – werden immer gleich geschrieben.

Die therapeutische Begleitung unterstützt die Selbstständigkeitsentwicklung und fördert somit das Selbstwertgefühl des Kindes. Durch vielfältige konkrete Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Sprache erkennt das legasthene Kind Gesetzmäßigkeiten und Strukturen der Schriftsprache und erhöht so seine Lese- und Rechtschreibkompetenz. Diese Fähigkeiten sind ohne systematische Hilfe nicht zu erlangen; denn ein intuitives Erfassen gelingt dem legasthenen Kind kaum.